Mit dem Projekt wird dem besonderen Qualifizierungsbedarf von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den Bereichen der Textil- und Bekleidungsindustrie, der Miederindustrie sowie der Textilen Dienste Rechnung getragen. Es werden Bedarfe in den Betrieben ermittelt, Strukturen verändert und Weiterbildungsangebote betriebsnah durchgeführt.

Diese Angebote in den Klein- und Mittelbetrieben der textilen Branchen werden neue Zielgruppen ansprechen und mit ihren innovativen Elementen zu einer höheren Teilnahmequote führen.

Die Veranstaltungen werden von der Kritischen Akademie als Einrichtung der "Stiftung zur Förderung von Bildung, Erholung und Gesundheitshilfe von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern" größtenteils vor Ort in den Betrieben oder nahe bei den Betrieben durchgeführt. Die Veranstaltungen "kommen zu den Teilnehmern". Damit sollen auch Beschäftigte angesprochen werden, die nicht die Möglichkeit haben an außerbetrieblichen Veranstaltungen teil zu nehmen.

Eine weitere Besonderheit ist der integrative Ansatz: Es werden sowohl die Betriebsräte und die Verantwortlichen der IG Metall als auch die Personalabteilungen bzw. Personalverantwortlichen in die Bedarfs- und Maßnahmenplanung, die Umsetzung und Auswertung der Weiterbildungsmaßnahmen für die Beschäftigten mit einbezogen. Die Weiterbildungsmaßnahmen für die Beschäftigten bleiben nicht isoliert, sondern werden nachhaltig flankiert. Die Betriebsräte sind maßgebliche Motivatoren für potentielle Teilnehmer. Bei den Betriebsräten werden Weiterbildungsbeauftragte qualifiziert.

Im Rahmen des Projekts werden auch gezielt gemeinsame Veranstaltungen für Betriebsräte und Personal- und Führungskräfte angeboten. Damit kann auf gemeinsame Interessens- und Problemlagen eingegangen und auf gemeinsame Erfahrungen rekurriert werden. Unterschiedliche Interessenslagen können konstruktiv in die Veranstaltungen eingebracht werden.

Bei allen Veranstaltungen wird, angepasst auf Lernziel und Zielgruppe, die Nutzung einer Online-Lernplattform angeboten. Sie dient zur Flexibilisierung des Lernens und zur Transfersicherung von Gelerntem in die Praxis. Die Lernplattform ermöglicht den Austausch der Teilnehmer untereinander, aber auch die Betreuung der Lernenden in die Handlungsfelder hinein. Mit der Lernplattform werden unterschiedliche Lernarten miteinander verbunden: Informelles und formelles Lernen, Schulung und Beratung, Soziales und Einzelplatzlernen. Die Lernplattform ermöglicht oftmals ein erstes Kennenlernen, aber auch eine nachhaltige Verankerung dieser Lernform in den Unternehmen. Sie dient auch dem Austausch und der Weiterentwicklung von Maßnahmen und Ergebnissen.

Mit dem Projekt können die betrieblich Verantwortlichen aus einem Paket von Maßnahmen auswählen. Die Veranstaltungen werden dann entweder mit anderen Betrieben gemeinsam oder alleine durchgeführt.

Inhaltlich wird bei den Seminaren besonderer Wert darauf gelegt, dass anknüpfend an die Vermittlung von Fachkompetenzen die Chancen zur Vermittlung extrafunktionaler Qualifikationen (Schlüsselqualifikationen) genutzt werden. Die Wahl der Themen für die Schulungsmaßnahmen obliegt den betrieblichen Verantwortlichen in Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung. Die Beschäftigten haben grundsätzlich die Möglichkeit ihre Interessen (Neigung, Bedarf, Karriereplanung) in die Weiterbildungsplanung bzw. in die Maßnahmen mit einzubringen.

Im Rahmen des Projekts wird ein Austausch der teilnehmenden Betriebe zur Weiterentwicklung des Veranstaltungskatalogs organisiert. Dies geschieht über die Gremien der Sozialpartner (IG Metall und Arbeitgeberverbände), über spezielle Veranstaltungen sowie über die Lernplattform. Diese Erkenntnisse fließen in den Veranstaltungskatalog, der den Betrieben ein.